Fürstbischof von Galen (1606-1678)

Fürstbischof Christoph Bernhard van GalenChristoph Bernhard wurde am 12. August 1606 auf Haus Bisping bei Rinkerode in Westfalen geboren. Er starb am 19. September 1678 in Ahaus und wurde im Dom zu Münster beigesetzt.

Mit von Galens Wahl zum Fürstbischof von Münster im Jahre 1650 kehrte wieder Ruhe und Ordnung ein. Er setzte seine ganze Kraft ein, wieder geregelte Lebensbedingungen zu schaffen.

Als Erstes sorgte er für die Wiederbelebung des religiösen Lebens. Im Jahre 1659 weihte er in Reken die beiden Kirchen (Groß Reken und Klein Reken) erneut ein und besetzte sie wieder mit einem Geistlichen. 45 Jahre lang war in „Simon und Judas“ in Groß Reken das Ewige Licht erloschen gewesen und der Tabernakel ausgeraubt. Die verarmte Bevölkerung erhielt eine Steuererleichterung. So brauchten diejenigen, die in der Zählung über die Schäden des 30-jährigen Krieges als „unter besonderem Schutz“ aufgeführt waren, keine Abgaben entrichten und alle anderen nur die Hälfte. 1665 wurde eine durchgehende Postverbindung geschaffen. Von den Postboten, welche auf den geschaffenen Postlinien eingesetzt wurden und die zu Fuß von und nach Münster unterwegs waren, heißt es in späteren Jahren: 

"Borken oder Bocholdscher Bote logiert an Therings Haus auf der Frauenstraße, kommt an Mittwochs, geht ab Freytags nach Bocholt, Borken, Ramsdorf, Rhede, Vehlen, Heiden, Recken, Raesfeld, Nottuln und Koesfeld."  

Wer die Lizenz als Kaufmann erhielt, musste den Kaufmannseid ablegen, der ihn verpflichtete, keine Betrügereien zu begehen und auch keine Wucherpreise zu nehmen. Die Fuhrleute mussten ebenfalls einen Eid ablegen, der sie zu einer korrekten Ausführung ihres Berufes anhielt. Wahrsagerei, Duelle und Zeichendeuterei wurden unter schwerer Strafandrohung verboten. In einem fürstbischöflichen Erlass aus dem Jahre 1675 wird die Einrichtung von Schulen angeordnet, „damit Jeder meiner Untertanen lesen und schreiben könne“. Christoph Bernhard von Galen war neben dem Großen Kurfürsten von Brandenburg zur damaligen Zeit einer der mächtigsten Herrscher im Deutschen Reiche. Er hatte eine große, mit schweren Kanonen ausgerüstete Armee aufgebaut, die unter dem Begriff „Münstersche Artillerie“ bekannt und gefürchtet war. Deshalb wurde er auch „Kanonenbischof“ genannt, während er heute noch in Holland als „Bomben-Bernd“ bezeichnet wird. Viele der in Reken vorhandenen gusseisernen Herdfeuerplatten sind von den Rekener Soldaten aus Holland mitgebracht worden. Weil er für seine große Armee jeden wehrfähigen Mann einzog, war Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen zuletzt bei der Bevölkerung sehr unbeliebt – trotz der hervorragenden Fürsorge, die er für seine Untertanen zeigte. Nicht nur, dass seine Feinde von Hass triefende Hetzschriften gegen ihn verbreiteten, auch bei seinen Untertanen machten Spottverse die Runde. Verheiratete Männer wurden vielfach vom Wehrdienst befreit, so dass laut Kirchenbuch ein Rekener ein zwölfjähriges Mädchen heiratete, um nicht einrücken zu müssen.

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