Sr. Misono Theresia Illerhues (1890-1965)

Ein Mädchen aus Reken – hochgeehrt in Japan

Therese Illerhues wurde am 3. Dezember 1890 in Groß-Reken als zweites Kind des Mauers Theodor Illerhues, gen. Ortwin, und seiner Frau Anna Dehling geboren. Sie ging einen Lebensweg, der für die Tochter schlichter Ackerbürgersleute mit einfacher Schulbildung ungewöhnlich ist. Ihre Eltern wurden als tiefgläubig geschildert, die ihre Kinder streng, fromm und mit zurückhaltender Liebe erzogen. Theresia soll zunächst ein lebhaftes Mädchen gewesen sein, das lieber Romane lesen als sich hingebungsvoll dem täglichen Gebet hingeben wollte.
Nach dem Tod der Mutter im Jahre 1902 änderte sie sich. Nach ihrer Schulzeit war sie kurzzeitig als Bäckereigehilfin in Groß-Reken tätig und ging 1907 bei einer Familie in Lette in Stellung. Das deutet auf den „normalen“ Weg aller jungen Frauen hin: So lange „in Stellung“ bleiben, bis die Aussteuer komplett war, dann heiraten und den stillen, dienenden Weg aller ungelernten Frauen gehen.

Aber ihr Weg wurde ein völlig anderer …
Unter dem Einfluss ihrer Dienstherrin und durch einen Missionar wurde ihr Interesse für den Missionsberuf wach – eigentlich ein alter Kindheitstraum, wie sie später berichtete. Schon während ihrer Schulzeit habe sie den Wunsch gehabt, Ordensschwester zu werden, um „weit in die Welt zu Heidenkindern“ zu gehen. Therese Illerhues vertraute sich dem Pfarrer von Lette an, der sie verstand und ihr den Weg zur Missionsschwester ebnete. Sie trat 1911 in die von Arnold Janssen 1889 gegründete Genossenschaft der „Dienerinnen des HI. Geistes“ in Steyl ein. Aus Therese lllerhues wurde Schwester Leonissa, die nach Ablegung der Ordensgelübte im Mai 1913 ihre Missionsbestimmung für Japan erhielt, das sie am 14. September 1913 erreichte. Sie kam nach Akita im Norden des Landes, wo die Steyler Missionare seit 1912 tätig waren. Schwester Leonissa arbeitete zunächst in einem Waisenhaus. Sie lernte schnell die so fremde Sprache und konnte so mit den Japanern sprechen und sie verstehen. Im Zeitungsbericht heißt es weiter:
Ihr war, so schrieb sie ihren Eltern, schon bald nach der Ankunft in Japan klar: Zur Missionierung der schintoistischen japanischen Bevölkerung brauchte man neben den ausländischen Schwestern japanische Schwestern in einer eigenen, der japanischen Mentalität entsprechend ausgerichteten Kongregation, denen der Zugang zu ihren Landsleuten leichter fiel und die als Japanerinnen besser akzeptiert wurden. Im Zeitungsbericht wird der Werdegang ihres Vorhabens so geschildert:

Artikel 1

Ihr war, so schrieb sie ihren Eltern, schon bald nach der Ankunft in Japan klar: Zur Missionierung der schintoistischen japanischen Bevölkerung brauchte man neben den ausländischen Schwestern japanische Schwestern in einer eigenen, der japanischen Mentalität entsprechend ausgerichteten Kongregation, denen der Zugang zu ihren Landsleuten leichter fiel und die als Japanerinnen besser akzeptiert wurden. Im Zeitungsbericht wird der Werdegang ihres Vorhabens so geschildert:

Artikel 2

Jetzt war sie Japanerin unter Japanerinnen und widmete sich in Kenntnis japanischer Mentalität sozialen Aufgaben wie Hausbesuchen bei Kranken und bei behinderten alten Menschen. Im August 1924 schon war ohne offizielle Anerkennung aus Rom ein Waisenhaus eröffnet worden und bereits im Jahre 1928 erkannte der kaiserliche Hof die von den Schwestern erbrachten sozialen Dienste durch eine Geldspende an, der nun regelmäßig eine finanzielle Unterstützung durch den kaiserlichen Hof und vom Innenministerium folgt.
Schwester Misono Therese Illerhues war ab 1928 Oberin und behielt diese Position bis zu ihrem Tode im Jahre 1965. Im Jahre 1937 wurde das Mutterhaus aus dem nördlich gelegenen Akita nach Fujisawa, 50km von Tokyo entfernt, verlegt. Es entstanden jetzt Grund-, Mittel- und Oberschulen für Mädchen, Häuser für alleinstehende Mütter mit Kleinkindern und für genesungsbedürftige Mütter Erholungszentren. Es folgten weitere Gründungen vom Norden bis zum Süden des Landes, so dass es im Todesjahr von Misono Therese etwa 44 Niederlassungen mit unterschiedlichem sozialem Auftrag gab. Hier wurden besonders in den Nachkriegsjahren ab 1945 heimatlose Jugendliche und im Elend lebende Kinder von den Schwestern aufgefangen.
Im Jahre 1930 erfuhr Therese Illerhues eine persönliche Ehrung durch eine Einladung zum. Kaiserempfang, bei dem sie als einzige Europäerin bei fünfzehn geladenen Ehrengästen, und dann noch als katholische Ordensfrau, besonders auffiel. Auch am 1. November 1940 wurde sie eingeladen, es war der 2600. Gedenktag der Gründung des Kaiserreiches. Weitere Anerkennung ihrer Arbeit ist darin zu sehen, dass der Kaiser 1946 das Waisenhaus in Akita besuchte, die Kaiserin das Mutterhaus der Schwestern in Fujisawa. Auch die Kaiserbesuche 1950 in Kochi und 1953 in Okayama waren große Ehrungen.
Misono Theresia, jetzt Japanerin, beeindruckte den Kölner Kardinal Frings bei seinem Besuch der Kölner Partnerstadt Tokyo im Jahre 1958, so dass sie auf seine Bitte acht japanische Schwestern für ein Altenheim und einen Kindergarten entsandte. Der japanische Kaiserhof sowie viele hohe Verwaltungsbeamte und Gelehrte, die sie als „Lehrerin der Weisheit“ bezeichneten, schätzten die vielseitige Tätigkeit Misono Theresias und man verlieh ihr bereits 1937 die Blaue Verdienstmedaille, 1951 einen weiteren Verdienstorden, 1962 den Asaki-Preis sowie den kaiserlichen Verdienstorden 4. Klasse, dem 1965, an ihrem Todestag, noch der Verdienstorden 3. Klasse folgte. Die Kreisstadt Borken ehrte sie, indem sie eine Straße nach ihr benannte.

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