Kirche und Pfarrei St. Heinrich

Dieser Beitrag wurde auf Basis verschiedener historischer Quellen von Ehrenamtlichen des Heimatarchivs Reken erstellt. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit!
Im Rahmen der Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse und Gegebenheiten schreiben wir diesen Beitrag insbesondere im Hinblick auf weitere und/oder neuere Erkenntnisse stetig fort.

Die heutige Pfarrei St. Heinrich geht historisch zurück auf die alte Pfarrkirche St. Simon und Judas (Thaddäus) in Groß Reken. Diese Kirche war jahrhundertelang das Zentrum des kirchlichen Lebens für Groß Reken und die direkte Umgebung (südlich und östlich, die heutigen Ortsteile Bahnhof Reken, Hülsten und Maria Veen einschließend).

Aufgrund des wachsenden Gemeinde und dem damit verbundenen Anstieg der Gottesdienste zeigte sich Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts, dass die „Alte Kirche“ nicht mehr ausreichend war und man strebte einen vollständigen Neubau an anderer Stelle an. Heute dient die St.-Simon-und-Judas-Kirche überwiegend als Sakralmuseum „Alte Kirche“, wird aber weiterhin auch für Gottesdienste genutzt. Sie ist ein wichtiger Teil des kirchlichen Erbes von Groß Reken.

Mit der Erschöpfung der Kapazitäten der alten Kirche zum Ende des 19. Jahrhunderts war eine neue Lösung gefragt. Die alte Kirche war zu klein für die wachsende Gemeinde, eine Erweiterung oder ein Neubau waren daher lange ein Thema. So gab es erste Pläne für einen Neubau schon vor dem ersten Weltkrieg, doch mussten diese aufgrund der beiden Weltkriege immer wieder verschoben werden.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges gelang schließlich aber doch der Neubau und so konnte am 30. Oktober 1955 die neue Kirche feierlich eingeweiht werden.

Mit der Einweihung der neuen St.-Heinrich-Kirche ging zugleich die Neugründung der Pfarrgemeinde einher: Die Gemeinde erhielt ebenfalls den Namen „St. Heinrich“. Der Name „Heinrich“ verweist auf den Heiligen Heinrich II., Kaiser und Heiliger (973–1024). Damit bestand nun eine Pfarrei mit einer modernen Kirche. In den weiteren Jahren folgten der Neubauten des heutigen Pfarrhauses, des Kindergartens und zuletzt des Pfarrheims in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche.

Die beiden Kirchen bzw. Gemeinden – St. Simon und Judas und St. Heinrich – existierten nicht parallel als zwei unabhängige Pfarreien, sondern sind historisch miteinander verbunden.
Die Kirche St. Simon und Judas (Thaddäus) war ursprünglich die Pfarrkirche für Groß Reken.
Mit dem Neubau der Kirche St. Heinrich entstand ein neues Zentrum der Pfarrgemeinde. Die alte Kirche blieb erhalten, wurde unter Denkmalschutz gestellt und museal bzw. liturgisch weitergenutzt.
Formal war die Pfarrei nunmehr als „Pfarrei St. Heinrich Groß Reken“ ausgewiesen, umfasste aber auch die Kirche St. Simon und Judas als Teil ihres Vermögens und kirchlichen Erbes. Die duale Struktur kommt daher zustande, weil das neue Gotteshaus entstand, die alte Pfarrkirche aber nicht aufgegeben wurde. Sie blieb bestehen und wurde nur funktional verändert statt ersetzt.
Somit bestehen in Groß Reken zwar zwei Kirchengebäude – eine historisch gewachsene Kirche (St. Simon und Judas) und eine modernere Pfarrkirche im Stil eines Pfarrzentrums (St. Heinrich) – innerhalb einer kirchlichen Gemeinde.
Die ehemals eigenständigen Pfarreien St. Antonius im Ortsteil Klein Reken, St. Elisabeth im Ortsteil Bahnhof Reken, St. Marien im Ortsteil Maria Veen sowie die hier beschriebene Pfarrei St. Heinrich von Groß Reken fusionierten auch wegen der anhaltenden Zahl der Kirchenaustritte zur neuen Großpfarrei „St. Heinrich Reken“. Die Kirchen in den Ortsteilen blieben dabei bis heute erhalten und werden in die Gottesdienstgestaltung einbezogen. Die

Über die „Alte Krche“ St. Simon und Judas

Die „Alte Kirche“, wie sie im Volksmund schlicht genannt wird, wurde in mehreren Bauphasen errichtet: Der romanische Westturm wurde um das Jahr 1200 erbaut, das darüber liegende Oberteil um circa 1300. Daran schließen sich ein Kirchenschiff im gotischen Stil aus dem 15. Jahrhundert (Südschiff) sowie das Nordschiff an. Letzteres stammt historischen Aufzeichnungen zufolge aus dem Jahre 1529 und lässt sich dem aus Coesfeld stammenden Baumeister Henric de Suer zuschreiben. Architekturkenner werden die unterschiedlichen Baustile von außen direkt erkennen.
Die Kirche beherbergt im Inneren einen kunstvollen Hochaltar von 1656 sowie einen ebenso prunkvollen Marienaltar aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Kanzel entstand um 1700.
Heute wird das historische Kirchengebäude als Sakralmuseum genutzt, bei dem der originale Charakter – auch aufgrund des Denkmalschutzes – weitgehend bewahrt werden konnte. Viele sakrale Objekte aus der nahen und weiteren Umgebung werden in dem Museum ausgestellt.

Über Die „neue Kirche“ St. Heinrich


Im Jahr 1953 konnte nach vielen gescheiterten Anläufen der Grundstein für einen Kirchenneubau gelegt werden und am 30. Oktober 1955 feierlich eingeweiht werden. Die neue Kirche in Groß Reken wurde auf „St. Heinrich“ geweiht.
Die Ausstattung war für damalige Maßstäbe sehr modern. So wurden Ihre Fenster von dem Glaskünstler und Grafiker Joachim Edgar Klos (1931 – 2007) aus Nettetal gestaltet. Sie zeigen Themen wie die Schöpfung, den Sündenfall, die Heilsgeschichte und des Himmlischen Jerusalem. Die Innenwände zieren abstrakte Holzschnitte des Künstlers <Name ???>, die den Leidensweg Jesu Christi (Kreuzweg) mit seinen 13 Stationen zeigen.
Im Laufe der Jahre wurde das Innere der Kirche häufiger umgestaltet, der puristische Stil dabei aber weitestgehend beibehalten.

Mit dem Kirchenneubau ging einer erster kirchlicher Strukturwandel für Groß Reken einher. Die christliche Dorfgemeinde entwickelte sich seither stetig weiter, hin zu einem größeren Gemeindezentrum mit diversen pädagogischen und anderen Sozialeinrichtungen.
Die Pfarrei St. Heinrich Reken bildet heute den zentralen kirchlichen Verband für ganz Reken und unterstützt die Einheit der Ortsteile.
Die Erhaltung der alten Kirche als Museum und Gottesdienstraum hält die Verbindung zur lokalen Geschichte lebendig und bietet Bildungs- und Denkmalschutzfunktionen.

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