Freiwillige Feuerwehr/Löschzug Klein Reken
Dieser Beitrag wurde auf Basis verschiedener historischer Quellen von Ehrenamtlichen des Heimatarchivs Reken erstellt. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit!
Im Rahmen der Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse und Gegebenheiten schreiben wir diesen Beitrag insbesondere im Hinblick auf weitere und/oder neuere Erkenntnisse stetig fort.
Die organisierte Feuerwehr entstand in Klein Reken – wie in vielen anderen Orten in der Region auch – im späten 19. Jahrhundert. Hierdurch sollte ein besserer Schutz der örtlichen Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Betriebe gewährleistet werden. Als offizielles Datum für die Gründung der Klein Rekener Feuerwehr wird in historischen Aufzeichnungen der 20. Juni 1909 genannt.
Schon vor der Gründung der Feuerwehr verfügte die Gemeinde Klein Reken über eine Handdruckspritze zur Brandbekämpfung, die auf dem Hof Buckstegge abgestellt und mit einem Handkarren zum Brandort transportiert wurde.
[Abb. Handdruckspritze]
BU: Die erste Handdruckspritze der Feuerwehr Klein Reken.
Nach Gründung der Feuerwehr wurde die Ausstattung um Leitern und weitere Löschwerkzeuge erweitert, die gemeinschaftlich von den Mitgliedern genutzt wurden. Gelagert wurde die Ausrüstung in einem eigens dafür eingerichteten Raum. Die Organisation basierte auf ehrenamtlichem Engagement der Bürger, insbesondere von Bauern und Handwerkern. Es folgte die Einrichtung eines separaten Übungs- und Versammlungsraumes, in dem regelmäßige Übungen und Schulungen durchgeführt wurden, um im Brandfall vorbereitet zu sein. Als „Brandschutzbekleidung“ dienten graue Röcke mit Stoffgurten sowie einfache Feuerschutzhelme. Ein sogenanntes Brandhorn, das einem Jagdhorn ähnelte, diente der Alarmierung. Zu jener Zeit war die Geräuschkulisse noch nicht sehr groß wie in der heutigen Zeit, so dass über den prägnanten Ton des Brandhorns sowohl die Bevölkerung gewarnt als auch die Feuerwehrleute effektiv alarmiert werden konnten.
[Abb. Brandhorn]
BU: Brandhorn.
Eine erste wirklich bedeutende Errungenschaft war sicherlich die Anschaffung einer Saug- und Druckspritze auf einen Leiterwagen, der zunächst von Pferden gezogen wurde. Hier konnte wesentlich effizienter Löschwasser von einer Wasserstelle in der Nähe des Brandes zur Bekämpfung des Feuers gefördert werden.
[Abb. Saug- u. Druckspritze]
BU: Leiterwagen mit Saug- und Druckspritze.
Das erste Feuerwehrgerätehaus wurde 1920 direkt an einer Wasserstelle nahe dem Kusebach errichtet. Es wurde noch bis 1966 als Gerätehaus genutzt.
[Abb. Erstes Gerätehaus]
BU: Das erste Gerätehaus der Feuerwehr am Kusebach.
In den historischen Aufzeichnungen findet sich wenig über die Arbeit oder Einsätze der Feuerwehr. Eins wurde aber übermittelt. Am 22.Mai 1912 brannte ein Haus infolge eines Blitzschlages. Der Kamerad Heinrich Vehlken (Berg Hennerk) rettet unter Einsatz seines Lebens ein Kind aus dem brennenden Haus. Dafür erhielt er eine Medaille. Der erste Brandmeister war Heinrich Heiming. Er führte die Feuerwehr bis 1933. Dann gab er das Amt an den jüngeren Kameraden August Dersen ab. August Dersen hatte schon einen Brandmeisterlehrgang in Münster besucht und erfolgreich bestanden.
[Abb. Kreisverbandstag der Feuerwehr in Kl. Reken 1933]
BU: Kreisverbandstag der Feuerwehren in Klein Reken, 1933. Mit dabei: Kreisbrandmeister Heinrich Fischer (vorn, 3.v.l.) und Brandmeister August Dersen (Mitte, rechts neben Fischer).
Erst im Jahre 1933 wird wieder von einem bedeutenden Ereignis berichtet. In diesem Jahr fand nämlich der Kreisver-bandstag der Feuerwehren in Klein Reken statt. Zu diesem Anlass begrüßte der Brandmeister August Dersen den Kreisbrndmeister Heinrich Fischer. Die Übung fand am Anwesen Vaut (Bäckerei) statt. In dieser Zeit erwarb die Klein Rekener Feuerwehr auch einen gebrauchten Mannschaftstransportwagen von der Feuerwehr Borken (leider kein Bild), mit dem aber auch die bereits vorhandene Motorspritze auf einem Anhänger gezogen werden konnte.
[Abb. Anhänger für Motorspritze] [Abb. Motorspritze]
BU: Der Anhänger, der vom Mannschaftstransportagen gezogen werden konnte. BU: Die Motorspritze konnte auf dem Anhänger transportiert werden.
Im zweiten Weltkrieg war die Arbeit der Feuerwehr aufgrund vieler großer Hofbrände infolge der Bombardierungen und aufgrund von fehlendem Personal sehr beschwerlich. Viele Männer waren als Soldaten für den Kriegsdienst an der Front. Oftmals mussten die Frauen und Heranwachsenden bei der Brandbekämpfung helfen. Gegen Kriegsende wurde dann auch der Transportwagen von der Wehrmacht und kurze Zeit später auch die Motorspritze von den einrückenden Amerikanern beschlagnahmt. Die Feuerwehr hatte somit ihre wichtigsten Mittel zur Feuerbekämpfung verloren und konnte nur noch die alten handbetriebenen Geräte einsetzen. Die ersten Jahre nach dem Krieg waren somit auch für das Feuerwehrwesen sehr entbehrliche.
Erst 1950 konnte ein Anhänger angeschafft werden, der neben Schlauchmaterial auch mit einer neuen Pumpe bestückt war. Aus Mangel an einem geeignetem Fahrzeug nutzt man als Zugmaschine einen Traktor (Leihgabe eines Landwirts). Dieser Umstand wurde jedoch 1956 mit der Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs (LF8) verbessert. Bereits 2 Jahre später folgte eine Tragkraftspritze (TS8). Damit war die Klein Rekener Wehr wieder vollumfänglich einsatzfähig.
[Abb. LF8] [Abb. TS8]
BU: Das 1956 angeschaffte Löschgruppenfahrzeug. BU: Eine neue Tragkraftspritze komplettierte 1958 die Ausstattung wieder.
Im März 1966 wurde mit dem Bau eines neuen Gerätehauses am Mühlenweg begonnen, und bereits im Mai des Folgejahres konnte der damalige Gerätewart Manfred Güttler in die zugehörige Wohnung einziehen.
Ein besonderes Ereignis war die Teilnahme an den CTIF-Spielen in Krems, Österreich, im im Jahre 1969. Diese internationalen Feuerwehr-Wettkämpfe fanden in jenem Jahr zum vierten Mal statt und die zehn Mann starke Wettkampftruppe aus Klein Reken gewann damals die Goldmedaille. Ein unglaublicher Erfolg!
[Abb. Wettkampfgruppe bei den CTIF Feuerwehrwettkämpfen in Krems]
BU: Die Mitglieder der Wettkampfgruppe von 1969 (v.l.n.r.). Vorn: H. Heiming. M. Güttler, H.Pellmann, Gustl Mecking, H. Petermann; hinten: G.Salzmann, B.Heiming, A.Heilken, H. Buckstegge. K. Böttcher.
Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Klein Reken, Hülsten und Groß Reken im Jahre 1969 folgte auch schrittweise die Zusammenführung der Rekener Feuerwehren. In der Freiwilligen Feuerwehr Reken blieben die Freiwilligen Feuerwehren Klein Reken und Groß Reken als Löschzüge organisatorisch weitgehend unverändert bestehen. Schnell zeigten sich die Vorteile der Vereinigung. Fortan war eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilen und eine optimierte Einsatzplanung innerhalb der neuen Gesamtgemeinde möglich.
Ab den 1980er Jahren wurde regelmäßig in die technische Ausstattung des Löschzuges Klein Reken investiert. So erhielt die Wehr 1982 als Ersatz für den in die Jahre gekommenen LF8 ein neues Löschgruppenfahrzeug (ebenfalls LF8).
[Abb. 1982 LF8 neu]
BU: erhielt die Feuerwehr ein neues Löschgruppenfahrzeug.
Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Klein Reken, Hülsten und Groß Reken im Jahre 1969 folgte schrittweise auch die Zusammenführung der Rekener Feuerwehren. In der Freiwilligen Feuerwehr Reken bestanden die Freiwilligen Feurwehren Klein Reken und Groß Reken als Löschhzüge organisatorisch weitgehend unverändert bestehen. Schnell zeigten sich die Vorteile der Vereinigung. Fortan war eine koordiniertere Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilen und eine optimierte Einsatzplanung innerhalb der Gesamtgemeinde möglich.
1991 wurde mit der Erweiterung des Gerätehauses um eine dritte Fahrzeugbox begonnen, um darin eine neues Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritze (Lf 16TS) unterstellen zu können. Die Erweiterung des Fahrzeug- Fuhrparks erfolgte insbesondere im Zuge gestiegener Anforderungen im Bereich des Katastrophenschutzes. Im Mai 1993 konnte die neue Fahrzughalle schließlich feierlich eingeweiht werden.
Zwischen 2008 und 2009 erfolgte die bis dato letzte Erweiterung des Gerätehauses. Ein Anbau mit Umkleidemöglichkeiten für die Feuerwehr entstand.
Der Fuhrpark des Löschzuges Klein Reken umfasst heute vier Fahrzeuge mit neuester technischer Ausstattung
• 1 Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20)
• 1 Löschgruppenfahrzeug (LF 20)
• 1 Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25)
• 1 Mehrzweckfahrzeug (MZF)
• 1 Mannschaftsfahrzeug (MTF)
