Ausstellungsvitrine
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Nr. 1 : Hölzerner Schulkasten
Hölzerne Schulkästen waren die Vorläufer des heutigen Schulranzen oder Schultornisters. Spätestens mit Einführung der allgemeinen Schulpflicht im deutschen Kaiserreich zum Ende des 19. Jahrhunderts benötigten die schulpflichtigen Kinder ein Behältnis zum Transport ihrer Schulbücher, der Schiefertafel und Griffel. Gerade bei der ärmlichen Landbevölkerung mangelte es an vielerlei Dingen, Geld gab es kaum oder gar nicht, und so wurden die Schulkästen aus dem Werkstoff gemacht, der sowohl günstig als auch robust war und in ausreichender Menge zur Verfügung stand: Holz.
Zumeist nur mit einem eingearbeiteten Griff gefertigt, besaßen bessere Modelle auch Tragegurte aus Leder. Die Holzkiste wurde vorn mit einem verschiebbaren Brettchen verschlossen und konnte dann mit den Lederriemen auf den Rücken geschnallt werden.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts verschwanden die hölzernen Kisten allmählich aus der Schullandschaft und Schulranzen, die überwiegend aus Leder und Textil gefertigt wurden, hielten Einzug.
Nr. 2 : Verdienstorden
Die hier ausgestellten Verdienstorden wurden verliehen an Herrn Dr. jur. Heinrich Wessels (*1885, Groß Reken / †1966, Trier).
Dr. Wessels war ab 1924 in seiner Eigenschaft als Generaldirektor der Westfälischen Provinzial-Feuersozietät mit den Schwierigkeiten beim Brandschutz sehr gut vertraut. Er pflegte daher stets einen engen Kontakt zu den Feuerwehren und setzte sich daher für eine nachhaltige Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung ein. Nicht zuletzt für seine Verdienste im Bereich jener Brandschutzaufklärung wurden ihm die hier ausgestellten Orden verliehen (v.l.n.r.):
– Verdienstorden des Preußischen Feuerwehrverbandes
– Verdienstorden des Bayerischen Feuerverbandes
Nach seinem Tod erhielt die Feuerwehr Reken die Verdienstorden aus dem Nachlass von Dr. Wessels von dessen Nichte Ruth Ostendorf geschenkt. Dem Heimatarchiv Reken wurden sie nun als Dauerleihgabe überlassen.
Nr. 3 : Andenken-Abzeichen
Die hier ausgestellten Andenken-Abzeichen erhielten Mitglieder der damals noch eigenständigen Freiwilligen Feuerwehr Groß Reken anlässlich Ihres Besuches 1972 in Moskau. Der Austausch zwischen deutschen und russischen Brandbekämpfern war auf Anregung der Bundesregierung zusammen mit Mitgliedern anderer Vereine und Institutionen gefolgt. Der Besuch in Moskau war außergewöhnlich, denn man besuchte schließlich den „Klassenfeind“. Dies war einer von vielen Maßnahmen im Rahmen einer Annäherung beider Länder. Neben dem Austausch stand während der einwöchigen Reise auch ein Besuch der „Selchostekhnika-72“, der 2. Internationalen Ausstellung für moderne Landmaschinen, auf dem Programm.
Nr. 4 : Fotokamera mit Stativ
Dieser Fotoapparat der Firma Ihagee – gefertigt um 1914 – gehörte einst Heinrich Korte (1895-1985) aus dem Hadenbrok in Groß Reken.
Heinrich Korte wurde am 7.5.1895 in Groß Reken geboren. Er war begeisterter Hobbyfotograf und besaß als eine der ersten Personen überhaupt, eine solche für damalige Verhältnisse modere Plattenkamera. Ihre Technik war revolutionär: Aufgrund des sogenannten Balgengehäuses konnte die Kamera platzsparend zusammengeklappt und leicht transportiert werden. Fotografien von der Familie und zu besonderen Anlässen (z.B. Taufe, Kommunion oder Hochzeit) waren damals zwar keine Seltenheit, aber die zu ihrer Herstellung verwendeten Kameras waren zur damaligen Zeit noch sehr groß. Insofern waren der Transport und Aufbau recht mühsam. Heinrich Korte war mit seinem Fotoapparat schnell vor Ort und insofern stets gern gesehen.
Seine unzähligen Aufnahmen beweisen dies eindrucksvoll. Ob Gebäude, Familien oder Einzelpersonen – auf seinen Glasplatten-Negativen spiegelt sich das alltägliche Leben der damaligen Zeit wieder. Durch sein Schaffen hat er Reken ein historische Erbe von unschätzbarem Wert hinterlassen. Geben doch ihre Inhalte Aufschluss über familiäre Verbindungen, Bräuche und so manches historische Ereignis.
Die Nachfahren von Heinrich Korte haben dem Heimatarchiv nicht nur diese Kamera, sondern auch die mit ihr aufgenommenen Fotografien überlassen. Mehr als 800 dieser Fotografien wurden im Heimatarchiv digitalisiert und archiviert.
Nr. 5 : Fotonegativ-Glasplatte
Eine der Fotonegativ-Glasplatten aus dem Nachlass von Heinrich Korte. Die mit der zu Nr. 2 genannten Kamera Fotonegative wurden mit einer s.g. Kollodium-Nassplatte oder später mit einer Trockenplatte erzeugt. Als Basis diente eine mit einer lichtempfindlichen Fotoemulsion (beschichtete Platte – zunächst eine Glas- und später eine lackierte Metallplatte.
Nr. 6 : Tauerschmuck als Andenken an Verstorbene
Der hier ausgestellte Trauerschmuck wurde aus den Haaren der verstorbenen Maria Katharina Uhlenbrok gearbeitet. Im späten 18. und vor allem im 19. Jahrhundert fertigten die Hinterbliebenen diese kunstvollen, aufwändig geflochtenen und gerahmten diesen Trauerschmuck als bleibendes Andenken an die Verstorbenen. Häufig wurde der Trauerschmuck noch dem Geburts- und Sterbedatum sowie Symbolen und persönlichen Worten versehen. Nicht selten wurde der Trauerschmuck auch als Brosche oder Medaillon getragen. Besonders Blumenmotive waren sehr beliebt. Sie besaßen nicht nur einen dekorativen Charakter, sondern versinnbildlichten emotionale Verbundenheit mit dem oder der Verstorbenen. Eine Rose konnte sinnbildlich beispielsweise für innige Liebe oder als Knospe für ein früh verstorbenes Kind stehen. Ein Vergissmeinnicht wiederum konnte für die Erinnerung über den Tod stehen, Efeu für ewige Bindung oder die Unsterblichkeit der Seele. Die Anordnung der verschiedenen Motive war selten zufällig, sondern oft eng mit den Familienangehörigen verknüpft. Der Hintergrund war im Übrigen fast ausschließlich religiöser Natur.
Mit dem Aufkommen der Fotografie verloren die Haarandenken zum Ende des 19. Jahrhunderts vollends an Bedeutung.
Nr. 7 : Halsschmuck/Halsband
Dieses Halsband stammt von/aus dem Nachlass einer Rekener Familie. Es besteht aus mehreren miteinander verflochtenen Lederriemen, einem dekorativen Element und Verschlüssen an den Enden aus Metall (vermutlich Messing). Es ist in der Art recht rustikal gehalten und daher eher einer Frau aus der ländlichen Bevölkerung zuzuordnen. Sicherlich wurde es nicht täglich, sondern nur zu besonderen Anlässen getragen. Es stammt vermutlich aus der Zeit vom Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts.
Nr. 8 : Weihwasserbecken
Ein solch kleines Weihwasserbecken war in den Privathaushalten vieler gläubiger Katholiken zu finden. Dieses hier ausgestellte Modell ist aus Porzellan gefertigt und stammt vermutlich aus dem 19. oder 20. Jahrhundert. Es gab aber auch Varianten aus Metall oder Holz.
Solche Weihwasserbecken hingen häufig in Schlafzimmern. Die gläubige Bevölkerung bekreuzigte sich mit dem Weihwasser vor dem Abendgebet.
Aber auch neben der Hauseingangstür waren derartige Weihbecken zu finden. So hatten Besucher die Möglichkeit, sich beim Eintreten oder beim Gehen zu segnen.
Eher seltener bzw. nur bei besonders gläubigen Teilen der Bevölkerung wurde ein Weihwasserbecken in der Nähe eines ebenfalls vorhandenen Hausalters aufgehängt.
Nr. 9 : Ostergruß von der Front
Dieses beschriftete Stück Birkenrinde erzählt eine unglaubliche Geschichte: Hannes Punsmann aus Klein Reken hat diese ungewöhnliche Osterbotschaft im Jahre 1942 während seines Kriegsdienstes an der Front in Russland im 2. Weltkrieg als Feldpost an seine Familie in Klein Reken geschickt. Und so unglaublich es klingen mag, aber tatsächlich kam diese besondere österliche „Grußkarte“ bei den Lieben in der Heimat an. Die Familie Punsmann hat das Stück jahrelang in Ehren gehalten und nun dem Heimatarchiv als Dauerleihgabe überlassen. Hannes Punsmann überlebte leider nicht, er fiel 1945 kurz vor Kriegsende an der Ostfront in Russland.
Nr. 10 : Alte Kirchenbücher
Die hier ausgestellten Kirchenbücher stammen aus dem Nachlass verschiedener Rekener Familien.
Nr. 11 : Alte Schulglocke
Hier ist die originale Schulglocke aus der ehemaligen „Zwergschule“ im heutigen Rekener Ortsteil Hülsten. Sie wurde zum Schulbeginn, zu den Pausen oder zum Schulschluss vom Lehrer oder von der Lehrerin geläutet. Eine große Schulglocke gab es in den Einklassenschulen aufgrund ihrer geringen Größe und der kleinen Schülerschaft nämlich nicht. Nach der Schließung der Schule gelangte die Glock zunächst in Privatbesitz und fand schließlich den Weg ins Heimatarchiv Reken.
Nr. 12 : Amtliche Stempel
v.l.n.r.: Gemeinde Groß Reken/Landkreis Borken, Bürgermeister der Gemeinde Heiden/Westf., Special Commissions Siegel (unbek. Herkunft), Stempel mit Initialen H.U. (vermutl. aus Privatbesitz)
